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90 Jahre Hockey beim VfB Stuttgart

Frank Wondratschek


Die nun 90jährige Geschichte der VfB Hockeyabteilung startete im Sommer 1919, kurz nach dem ersten Weltkrieg. Neun Jahre nach Gründung des Deutschen Hockeybundes in Bonn, entschlossen sich einige VfB-Mitglieder unter der Führung von Heini Bauerle aus Göttingen, der schon seit 1907 im Vorläuferverein FV 1893 Stuttgart in der Leichtathletik-Abteilung aktiv war (Nr. 1), zusätzlich zu den bis dahin bestehenden Sportarten, eine Hockeyabteilung zu gründen. Die Voraussetzungen waren günstig. Gerade erst war es dem VfB gelungen, auf dem Wasen eine neue Spielstätte zu gewinnen, den Platz "Bei den drei Pappeln" und es fanden sich rasch begeisterte Anhänger des Hockeysports.
Schon im darauf folgenden Jahr gelang es eine Wettkampfmannschaft auf die Beine zu stellen, von denen noch die Namen Hans Knorpp, Oscar Rivoir, Gaston Hertz, Wellig, Hailer und Böhmler bekannt sind. Die Spielstärke dieses neuen Teams reichte nach einem Jahr fleißigen Trainings bereits aus, um die spielstarken württembergischen und andere süddeutsche Vereine auf dem holprigen Untergrund herauszufordern. Dass der hervorragende Ruf, welcher der Fußballmannschaft des VfB vorauseilte, dabei so manchen Kontakt zu weiter entfernten Clubs erleichterte, soll auch hier nicht verschwiegen werden.

Bild 1: Eine der ersten Hockeymannschaften mit dem Vereinsvorsitzendem Dr. Deubler, Hailer, Gaston Hertz, und anderen (Nr. 2)


Nach einem anfänglichen schnellen Aufschwung, erlebte die dann von Gaston Hertz geleitete Abteilung in den folgenden Jahren durch Austritte und sonstige Missgeschicke einige Rückschlage. Doch es gelang ihm, zusammen mit dem unermüdlich arbeitenden, späteren Mannschaftskapitän Schönleber, den Laden zusammenzuhalten, und als im Jahr 1924 die Hockeyabteilung des "Kraftsportvereins 1895" nahezu geschlossen zum VfB übertrat, schob dies die Entwicklung wieder an. Dem so verstärkten Team gelangen sensationelle Erfolge weit über Süddeutschland hinaus und die Spielstärke dieser VfB-Mannschaft lässt sich auch an der Tatsache bemessen, dass beim Länderspiel 1926 gegen Rheinland Pfalz allein 9 Spieler vom VfB in der württembergischen Mannschaft aufgestellt waren, die die Partie dann auch 2:1 gewannen! Die Spieler des VfB Teams hießen 1924: W. Kiener, Schönhar, Scheuerle, Föll, Böhmler, A. und R Hagenmüller, Ede Schönleber, A. und G. Rühle, R. Maier, E. Dorschel, Deuble und Schlotterbeck.
Dass zudem der Hockeysport im Kreis Württemberg damals mit Oscar Rivoir als Vorsitzenden (Nr. 3), Hans Kiener, Adolf Rühle; Maier, Röber und Gold von VfB'lern vertreten wurde und gerade in diese ära ein enormer Aufschwung dieses Sports zustande kam, kann man ruhig mit Stolz anmerken.

In diesen "goldenen Zwanzigern", in denen Sport gesellschaftsfähig wurde und Dr. Richard Ney (Nr. 4) den Vorsitz der Abteilung hatte, formierte sich auch ein Damenteam in der Hockeyabteilung. Doch bis auf einige wenige Bilder im VfB Dress und dem Namen der Torhüterin Luise "Lisl" Fäußner aus deren Nachlass die Bilder des Damenteams stammen sind keine Unterlagen erhalten.
Als der Hauptverein des VfB im Juli 1928 anlässlich seines 35 jährigen Bestehens auf seinen Platzanlagen eine große Sportwoche veranstaltete, zeigte sich unser Damenteam noch von seiner besten Seite, doch die Weltwirtschaftskrise 1930 forderte auch bei der Hockeyabteilung ihren Tribut und für lange Jahre verschwand das Damen-Hockey beim VfB.

Bild 2: Damenmannschaft 8. Juli 1928 beim 35 jährigen VfB Jubiläum nach einem 2:1 Sieg gegen Göppingen (Nr. 5)


Die wirtschaftlichen Umstände machten es nötig, dass der Spielbetrieb mit auswärtigen Gegnern von den damaligen Abteilungsleitern Hagenmüller und Knecht auf ein Minimum beschränkt werden musste. Aber ausgestattet mit einem großen Zusammengehörigkeitsgefühl gelang es ab und zu wenigstens kleinere Reisen irgendwie zu finanzieren.
In den folgenden Jahren hatte die Hockeyabteilung Gelegenheit sich neu formieren und stellte sich auch widrigsten Bedingungen. Schon damals war es schwierig für den Hockeysport angemessen Platzverhältnisse vorzufinden. Es fand sich dann zwar geeignetes Spielfeld auf der Festwiese, doch die schweren Tore mussten für jede Partie unter großen Mühen dorthin und wieder zurück getragen werden.

Bild 3: 1. Hockeymannschaft 1932/33
stehend: Tröscher, Schock, Werthan, Föll, R. Hagenmüller, Oberle, Brückmann, A. Rühle, Wermuth, Sührer, A. Hagenmüller; sitzend: Theo Bausch, Gold, Erwin Kiener


Ab 1936 ging es mit dem VfB steil aufwärts und er konnte in Württemberg eine starke Position einnehmen. Ein Höhepunkt war 1938 u.a. die Teilnahme am internationalen Pfingstturnier in München, wo gegen deutsche Spitzenteams beachtliche Resultate erreicht werden konnten.
Als im Jahr 1931 Hans Kiener vom Hockeyabteilungsleiter zum zweiten Vorsitzenden des VfB und von 1933 bis 1944 sogar zu dessen 1. Vorsitzenden aufstieg, mag dies mit dazu beigetragen haben, dass der VfB seine Hockey'ler nie aus den Augen verloren hat. Unter seiner Leitung wurde im Jahr 1937 das Clubgelände, nahe seines heutigen Standorts, neu auf den ehemaligen Wiesen des Wasens angelegt, angrenzend zum Untertürkheimer Werk von Daimler und die Hockeyabteilung konnte sich darüber freuen, dass ihnen auf dem neuen Geländen an dem Platz des heutigen Robert-Schlienz-Stadions ein Rasenfeld gestellt wurde, das, von der Hockeyjugend in Eigenregie gerichtet, ab 27. Oktober 1940 bespielt werden konnte (Nr.6).
   
Doch mit Ausbruch des zweiten Weltkriegs wurde der Sport zur Nebensächlichkeit. Zwar konnte in den ersten Jahren unter der Leitung von Wilhelm Wermuth und Fritz Abele mit den nicht an die Front abkommandierten Jugendlichen noch ein Spiel- und Trainingsbetrieb aufrecht erhalten werden, aber die Nähe der VfB Spielstätten zum Daimlerwerk führte dazu, dass bei den schweren Luftangriffen auf das Industriegelände das VfB Areal unmittelbar mit betroffen war und sich nur noch Bombentrichter um Bombentrichter reihte.

Bild 5: Hockeyjugend beim Spiel Kickers - VfB 0:2 am 16.3.1941
oben v.l.: Dürr, Hönig, Stuhler, Simon, Wohlfarth, F. Haller, Räuchle, Albrecht, Resemann, Rupp; unten v.l: Beisswenger, Goldner, H. Haller (Nr. 8)


Die Gebäude waren zerstört, die Menschen hatten existentielle Sorgen, Mitspieler wie Rudi Beisswenger, Heinz Haller, Karl Föll, Albert Geißler, Herbert Gold, Alfred Hagenmüller, Edmund Schübel, die Brüder Stuhler und andere kamen nicht mehr aus dem Krieg zurück... und doch war es gerade der Sport, der sich sehr schnell wieder erholte.
Bereits im Sommer 1945 belebten Fritz Abele, Fritz Haller, Kurt Hönig, Walter Keim, Wilhelm Wermuth, Richard Hagenmüller, Theo Oberle, Adolf Rühle, und Theo Bausch wieder die Abteilung.
Das Hauptproblem war dabei nicht einen Spielerstamm zu gewinnen, sondern es musste die ganze fürs Hockey nötige Ausrüstung wie Schläger, Bälle, Schienen zuerst wieder "organisert" und aufgestöbert werden. Oft waren mehr Spieler als Schläger beim Training, aber als auch diese Schwierigkeiten überwunden waren, konnten drei Jahre später bereits wieder eine Herrenmannschaft, eine Jugend und eine Altherrenmannschaft vorgezeigt werden.

Bild 6: 1. Herrenmannschaft 1952
Oben v.l.: Reyermann, Müller, Lemke, Deuble, Kilgus, H. Rühle, Herdeg, Mai, Klein, D. Kiener, unten v.l.: Hessenauer, Merz, Stöcker (Nr. 9)


Und als 1951 u.a Gisela Dobler und Hella Zimmer wieder eine Damenmannschaft zusammenbringen konnten, die kurz darauf durch den übertritt des größten Teils der Betriebssportgruppe des Breuninger SC wesentlich verstärkt wurde, da war die Hockeyabteilung wieder komplett.
Dieses neue Damenteam mit Pfisterer (spätere Jacob), Fürst, Fritz, Dobler, Sunkel, Kunze, Ruß, Kenk (spätere Rockstroh), Koppe, Ecke und im Tor mit der unvergessenen Liesel Gantzhorn spielte grandios auf. Theo Bausch war der Mann, der sich nicht nur wie kein Zweiter um die Belange dieses Damenteams kümmerte und mit Anteil daran hatte, dass die Frauen in diesen Jahren immer etwas erfolgreicher als ihre männlichen Kollegen waren, die in der höchsten württembergischen Liga immer nur kurze Gastrollen bestritten, sondern er war auch derjenige der zusammen mit Walter Nesselmann ein Jahrzehnt lang die ganze Verwaltungsarbeit der Abteilung erledigte.

Bild 7: Damenteam am 21 Oktober 1951 in Reutlingen
Oben v.l. Margret ...?, Irma Flaschu, Helga Fritz, ...?, ...?, verdeckt Gisela Dobler, Ruß, unten v.l. Annelise ...?, Waltraud Pfisterer (spätere Jacob), Liesel Gantzhorn, Hannelore Schwarten (spätere Ruoss) (Nr. 10)



Bild 8: Herren 1955 auf dem VfB Gelände
Oben v.l. Rolf Stöcker, Albert Kilgus, Walter Klein, Werner Rockstroh, Deubler, Senftleben, Klaus Oberle, Dieter Kiener, Horst Rühle, Trainer Zimmer
unten v.l. Lothar Schuler, Siegfried Jacob, Wolfgang Nesselmann (Nr. 11)


Doch was nach all den Jahren in Erinnerung blieb, sind nicht die Ergebnisse in Punkterunden, sondern die Turniere in Berlin, München, Lahr, Zürich oder in der Viehauktionshalle in Kaiserslautern, bei dem die Spiele erst nach Versteigerung der letzten Kuh beginnen konnten. Auch hinter dem "Eisernen Vorhang" in Jugoslawien wurden Kontakte geknüpft, die zuerst mit Mladost und später bis 1964 mit Partizan Zelina bestanden. Legendär war aber auch die Teilnahme 1961 beim AHC Wien bei dem das unbekannte Team aus Schwaben bei den Herren den ersten und bei den Damen den zweiten Platz erreichte.
Seit 1952 wurde Hallenhockey regelmäßig im Winter gespielt und ab 1958 bis 1962 zeichnete sich der VfB verantwortlich für teilweise internationale Hallenturniere in Halle 3 auf dem Killesberg. Bestens organisiert zuerst durch Theo Bausch und Walter Nesselmann und dann durch Werner Rockstroh, Walter Keim und Siegfried Jacob hatten sie ihren festen Platz im Jahreskalender und sorgten auch mit dafür, dass der VfB sich in diesem Jahren bei der Jugend unter großen Zulauf erfreute.

Bild 9: Jugendteam ca.1965 mit Reinhard Placht, Wolfgang Reisser und Trainer Horst Ruoss (Nr. 12)


Die männliche Jugend wurde unter dem Trainer Horst Ruoss mehrmals württembergischer Meister und als die 17 jährigen zusammen mit erfahrenen Spielern das erste Herrenteam bildeten, war der VfB in seinen Partien, die nun auf dem Aschenplatz neben dem Daimler Parkhaus ausgetrugen wurden, ein kaum zu überwindender Gegner. Und als sich auch unter dieser Jugend A eine immer größere und erfolgreiche Schar an Jungen ansammelte, stieg Lutz Schäfer als Trainer ein.

Bild 10: 1. Herren 1968
oben v. L. Schwarz, Erz, Nesselmann, Wondratschek, Placht, Reisser, Trainer Ruoß, unten v. L.: Gernhard, Kirrmann, Simon, Golombek, Sörgel, es fehlt Trainer Lutz Schäfer



Bild 11: Damen 1968
oben v.l: Gantzhorn, Ködel, M. Braun, Imme, Wondratschek, Ruoss, Zimmermann, unten v. L.: Kriegsmann, Gihr, K. Braun, Schwenzer


Die Halle lag den VfB Teams mehr und mehrmals gelang es den Damen bis ins Endspiel um den württembergischen Meistertitel einzuziehen und den Herren gelang im Punktspiel gegen den deutschen Vizemeister HC Ludwigsburg ein beachtenswerter 4:2 Sieg.
Das Damenteam hatte zu dieser Zeit jedoch Nachwuchssorgen und es war dem unermüdlichen Einsatzes von Liesel Gantzhorn zu verdanken, dass überhaupt noch ein Team zustande kam. Selbst immer noch in der Damenmannschaft aktiv, begeisterte sie aber auch die kleinen Kinder ihrer Mitspielerinnen für diesen Sport und es gelang ihr die Grundlagen für ein Mädchen Team zu legen, dass später die größten Erfolge für den VfB feiern sollte.

Bild 12: Mädchen B 1972
oben v.l: Hilde, Frau Gantzhorn, Marion Klein, Iris Berkemer, Roswitha Ruoss, ...?, Simone ...?, unten v.l. Heike Klein, Susanne Will, ...?, ...?, Birgit Wondratschek, ...? (Nr. 13)


Einen tiefen Einschnitt erlebte die Abteilung dann aber 1971. Als ob Heirat und Kinder bei den Damen, Bundeswehr, Spielerabwerbungen und der Weggang des Toptrainers Horst Ruoss bei den Herren nicht genug wäre. Zudem war der Hauptverein schwer ins Trudeln geraten und die verbliebenen Aktiven wechselten geschlossen zu Rot-Weiß Stuttgart, um dort nahtlos ihren Sport weiter zu betreiben. Von einem Tag auf den anderen bestand das VfB-Hockey nun nur noch aus einer Handvoll Erwachsenen und vier Jugendteams. Es war nun Liesel (Lisi) Gantzhorn, die in Personalunion die Hockeyabteilung darstellte. Als Abteilungsleiterin, Betreuerin, Planerin des Spielverkehrs, Schnittstelle zum Hauptverein. Sie wurde zum "Mädchen für alles", verkörperte fast zwei Jahrzehnte lang diese Abteilung wie keine Andere und wagte mit dieser Jugend einen Neuanfang.
Aber diese Jugend hatte es in sich. Im männlichen Bereich gelang es von den Knaben A bis zur Jugend A bei den Mädchen A bis zur weiblichen Jugend jeweils achtmal (!) württembergischer Meister zu werden. Die Teilnahme bei der süddeutschen Meisterschaft in Dürkheim markierte 1975 einen Höhepunkt für die männliche Jugend.

Bild 13: Jugend B Halle 1975 Hallensaison
oben v.l: Ernst Eichner, Alfred Zwiner, Helmut Schmidt, Jochen Störzinger, unten v.l: Torhüter Hans-Joachim Fulrich, Roland Schmid, Willi Thorwart, Klaus Wünsch, liegend davor Klaus Dieter Zürn


Im weiblichen Bereich war man nicht minder erfolgreich und 1976 und 1977 gelang ihnen sogar als erfolgreicher Süddeutscher Meister bzw. Süddeutscher Vizemeister mit der Teilnahme an den Deutschen Meisterschaften in Bremen und in Celle die erfolgreiche Jugendarbeit zu krönen. Der leider viel zu früh gestorbene Jugendleiter und Trainer Lutz Schäfer hatte daran genauso Anteil wie die Hockey -"Oma" Liesel Gantzhorn, die immer noch "ihre" Mädchen betreute. Ohne diese beide wären diese Erfolge nicht denkbar gewesen.
   
Bild 14: Liesel Gantzhorn und Lutz Schäfer


Im Jahr 1977 war es soweit. Die Jugendlichen hatten das Mindestalter erreicht und der VfB konnte wieder ein Damen und Herrenteam melden. Da das Daimler-Parkhaus erweiterte werden sollte und dafür der Hartplatz weichen musste, wurde die Heimspielstätte das VfB nun der Rasenplatz an der Benzstraße.
Aber dieser Umbruch ging nicht problemlos vonstatten. Während es bei den Herren Schlüsselspieler waren, die dem Verein den Rücken kehrten, um woanders den schnelleren Erfolg zu suchen, war bei den Damen das Problem, dass den gerade mal 16- und 17-jährigen einfach die Erfahrung fehlte.

Bild 15: Damen 1979
Oben v.L.: Betreuerin Gantzhorn, Wondratschek, Cronmüller, Brandt, Berkemer, Klein, Trainer Wondratschek, Kress, unten v.L.: Will, Seiffert, Färber, Hippe (Nr. 14)


So mussten beide Teams erst einmal Lehrgeld zahlen. Das Damen Team verlor ihr erstes Punktespiel in der untersten Liga noch 13:1, doch das Potential dieser Mannschaft zeigte sich nur 6 Monate später als bereits im Rückspiel, gegen den gleichen Gegner, schon ein 3:0 Sieg heraussprang. Es ging für die Damen steil nach oben und sie etablierten sich nicht nur in der Oberliga, sondern hatten ab 1981 den Meistertitel in Feld und Halle quasi abonniert. Die beständige Trainingsarbeit von Olaf Milizer, Bernd Wondratschek, Reinhard Placht und das Talent der Spielerinnen zahlten sich aus. Doch über Jahre scheiterten sie immer wieder bei den Relegationsspielen für die Regionalliga gegen die Teams aus Bayern, Baden oder Rheinland-Pfalz an ihren Nerven.

Bild 16: Damenteam Württembergischer Oberliga Meister 1983
Oben v.l: Trainer Reinhard Placht, Birgit Wondratschek, Birgit Gehr, Heike Klein, ...?, Iris Berkemer, Daniela Cronmüller, Andrea Hippe; unten v.l: ...?, Rüger, Beate Müller, Andrea Schumacher, Susanne Will, Erika Retig


Die Entwicklung bei den Herren ging langsamer voran, doch zeigte auch ihr Weg nach oben und Liga um Liga wurde erklommen. Bis es dann eines Tages zum Aufeinandertreffen der Generationen im Punktespiel kam. Das Team von Rot-Weiß Stuttgart gespickt mit den Alt-VfB'lern, traf auf ihre eigene Jugend, die nun selbst bei den Herren waren. Es spielten die Väter gegen ihre Söhne. Die Jugend setzte sich durch und der VfB erklomm letztendlich auch die Oberliga der er lange kontinuierlich angehörte.

Bild 17: Herren 1983
oben v.L: Michael Frys, Wolfgang Rüger, Eckard Meiners, Ernst Eichner, Frank Wondratschek, Trainer Herbert Schmid, Edgar Thorwart, unten v.L: Dieter Gomm, Stefan Epple, Harald Weiss, Karl-Heinz Placht, Michael Epple, Klaus-Dieter Zürn


Als man 1985 auf den Kunststoffrasen wechselte und Reinhardt Placht zusätzlich zu den Damen das Herren Training übernahm, brauchte es nur drei Jahre bis die Herren nun erstmalig die Chance hatten sich für die Regionalliga zu qualifizieren, was aber 1988 gegen Karlsruhe noch nicht klappte.

Bild 18: Herren 1988
oben v.L: Frank Wondratschek,Klaus Krastel, Stefan Epple, Per Eckrodt, Christof Weisenburger, Dieter Gomm, Ernst Eichner, Trainer Reinhard Placht; unten v.L: Klaus Drung, Arne Fleischmann, Roland Kniebühler, Stefan Epple, Edgar Thorwart, Norbert Wünsch


Für den guten Zusammenhalt der mittlerweile auf jeweils zwei Damen und Herren Mannschaften gewachsenen Abteilung sorgten aber nicht nur die guten Leistungen auf dem Platz, sondern eben auch besonders die zahlreichen Turniere in Bruchsal, Bad Kreuznach, Wiesbaden, Ludwigshafen, München, Krefeld, Berlin, oder Wien, Deauville in Nordfrankreich, und Balatonfuzfo in Ungarn. 1983 bis 1986 wurden dazu auch noch eigene Hallenturniere ausgerichtet, die man mit großem Erfolg meisterte und feierte.

Bild 19: Turnierbilder


Die Abteilungsleitung hatte von Frau Gantzhorn inzwischen Herbert Schmidt übernommen, der den Staffelstab an Roland Schmid übergab. Als sich die Hockeyabteilung von Rot Weiß Stuttgart 1989 auflöste kamen nicht nur die Ex-VfB'ler zurück, sondern auch das große Jugendpotential des befreundeten Clubs das dem VfB zufiel. Die Mitgliederzahl sieg auf 207 und gab wohl den entscheidenden Impuls dass 1991 der größte Triumph gefeiert werden konnte:
Die Sensation war perfekt, als nach Jahren des vergeblichen Bemühens der Sprung in die dritthöchsten deutsche Spielklasse, der Regionalliga, den Damen und Herren des VfB nun gemeinsam gelang.

Bild 20: Die 1. Herren beim Aufstieg in die Regionalliga in Nürnberg
oben v.l: Per Eckrodt, Sven Moll, Michael Leyrer, Norbert Wünsch, Christof Weissenburger, Spielertrainer Steffan Epple, Brell, unten v.l: Michael Gress, Frank Wondratschek, Dieter Gomm, Ernst Eichner, Edgar Thorwart, Michael Frys (Nr. 15)



Bild 21: Regionalliagteam Damen


Aber für das Herrenteam dauerte das Abenteuer Regionalliga nur ein Jahr, die Damen konnten sich zumindest zwei Jahre halten bis auch sie den Gang zurück in die Oberliga antreten mussten. Die Mannschaft hatte ihren Zenit erreicht, aber noch auf Jahre hinaus reichte es für einen gesicherten Platz in der Oberliga selbst wenn manchmal die halbe Mannschaft aus den ungewöhnlichsten Gründen ausfiel.

Bild 22: Nachwuchs im Damenteam 1999 Lukas, Mona, Leonie, Luka, Laura, Hannah (Nr. 16)


Der fällige Umbruch zur nächsten Generation erfolgte, aber noch fehlte bei den Damen und den Herren die Erfahrung, um im Kampf um die Spitzenplätze wieder mitzumischen und der Abstieg in die 1. Verbandsliga war das Lehrgeld, das diese junge Truppe im Sport zahlen musste.
Doch im Verein selbst wirkte sich diese starke Verjüngung positiv auf ganz andere Bereiche aus. Mit der Abteilungszeitung "Keulenspiegel", die 1991 ins Leben gerufen wurde und sich bis zum heutigen Tag großer Resonanz erfreut, konnte man ab da nicht nur alle Mitglieder gleichermaßen über die vielfältigen Aktivitäten auf dem Laufenden halten, sondern hatte auch eine Möglichkeit gefunden, mehrmals jährlich in aktueller, kompakter Form die vielen Teams zu präsentieren und Anlaufstellen und Kontakte für interessierte Neueinsteiger zu bieten. Und auch als die Internetpräsenz von Vereinen immer wichtiger wurden, zeigten sich die Hockey‘ler Up-to-date und konnten mit ihrem "www.VfBhockey.de" Webauftritt ein viel beachtetes Portal gestalten.
Auch die äußeren Bedingungen haben sich in den letzen Jahren sehr verbessert. Nachdem die Luftwirbel, die der Hubschrauber-Landeanflug des damaligen Bundeskanzlers Kohl zur Unterstützung der OB Wahl in Stuttgart, den maroden Nähten des in die Jahre gekommenen Kunststoffrasens, den Rest gaben, konnte sich die Hockeyabteilung (nach einem Jahr des Wartens) über einen neuen Untergrund auf dem städtischen Platz an der Mercedesstraße freuen.
Im Jahr 2006 konnte dann auch endlich das 10jährige Provisorium "Baucontainer", inklusive Dixi-Klo, aufgegeben und das neu erstellte Mehrzweckgebäudes, umgangssprachlich: die "Keule", angemietet werden und seit neuestem steht auch wieder ein Bus, aus dem Fuhrpark des VfB, für die langen Anreisewege im Hockeysport zu Auswärtsspielen zur Verfügung. Mit der Gründung eines Fördervereins für die Hockeyabteilung konnte zudem eine Institution geschaffen werden, die der Abteilung mehr finanzielle Gestaltungsmöglichkeiten geben kann.
Und eben auch im sportlichen Bereich wurden neue Grundlagen geschaffen. Dank der Hilfe des Hauptvereins konnte 2006 mit Andreas Sauck erstmalig ein hauptamtlicher Trainer in der Hockey Abteilung beschäftigt werden. Er soll das Kunststück fertigbringen, nicht nur als Trainer von vier Teams aufzutreten, sondern auch die Trainingsarbeit von unzähligen Trainern zu koordinieren und aufeinander abzustimmen. Mit bei den nun vier aktiven Teams im Feld und sechs in der Halle, mit neun Jugendmannschaften im Feld und zehn in der Halle soll wieder ein Unterbau geschaffen werden, der langfristig zu schlagkräftigen ersten Mannschaften führen könnte.
Bei den ersten Herren übernahm von Tobias Müller 2007 nun Jens Blume das Training und mit dem jungen Team konnte er die letzen Jahre beständig um die vorderen Plätze mitspielen und in der Feldsaison 2009 wurde das Herrenteam, denn auch mit dem Wiederaufstieg in die Oberliga belohnt.

Bild 23: 1. Herren 2009 Meister 1. Verbandsliga
oben: Eddy Thorwart, Benedikt Zürn, Christian Auerbach, Robin Sharpe, Sebastian Heck, Fabian Placht, Nils Kegler, Hannes Vollmer, Adrian Zürn, Norbert Wünsch, Steven Krietsch,
unten: Simon Zürn, Marvin Zürn, Dat Bui, Michael Auerbach, Tobias Placht, Nico Thorwart, Dominic Bott, Spielertrainer Jens Blume
liegend: Marcel Fulrich
nicht im Bild: Franz Just, Florian Winke, Andi Sauck, Stefan Burkart, Vedran Vonk, Stefan Cinello (Nr. 17)



Bild 24: 1. Damen 2009 Oberliga (Nr. 18)


Als Liesel Gantzhorn im Jahr 2004 am Tag vor ihrem 84sten Geburtstag starb und Klaus-Dieter (Diddi) Zürn als der erste Spieler der legendären VfB Jugend, mit nur 49 Jahren im Jahr 2008 für immer von uns gehen musste, da ging mit ihnen eine ära beim VfB Stuttgart zu Ende. Es war ihnen nicht mehr vergönnt mitzuerleben, wie die Hockeyabteilung in ihrem 90sten Jahr heute einen neuen Aufschwung nimmt und ihr jahrelanges Engagement neue Früchte trägt.
Denn die Voraussetzungen für ein Comeback des VfB zu neuen Höhenflügen sind heute ungleich besser, als vor drei Jahrzehnten, als die Hoffnung einer gesamten Abteilung, auf einem Mädchen A und Knaben A Team ruhte, die, allein mit Ihrem Talent ausgestattet, dem VfB in jeder Altersklasse in der sie dann spielte, ihre bis dato größten Erfolge bescherte.

Abteilungsleiter seit 1919 waren
  1. Gaston Hertz
  2. Oscar Rivoir
  3. Dr. Richard Ney
  4. Hans Kiener
  5. Richard Hagenmüller
  6. Georg Knecht
  7. Adolf Rühle
  8. Walter Eßlinger
  9. Wilhelm Wermuth
  10. Fritz Haller
  11. Walter Keim
  12. Theo Bausch
  13. Walter Nesselmann
  14. Werner Rockstroh
  15. Siegfried Jacob
  16. Walter Nesselman
  17. Liesel Gantzhorn
  18. Herbert Schmidt
  19. Roland Schmid

Nachweise
  • Jubiläumsjahrbuch 1953 VfB Stuttgart 50 Jahre VfB
  • 75 Jahre VfB Stuttgart 1893-1968
  • 90 Jahre VfB Heftchen
  • 90 Jahre VfB Buch 1983
  • 100 Jahre VfB Stuttgart Sonderausgabe der Vereinsnachrichten
  • www.hefleswetzkick.de
  • www.VfBhockey.de

 

Quellen
  1. 75 Jahre VfB Stuttgart (S. 61)
  2. Jubiläumsjahrbuch 1953 VfB Stuttgart 50 Jahre VfB (S.112, 90 Jahre VfB S. 52)
  3. Jubiläumsjahrbuch 1953 VfB Stuttgart 50 Jahre VfB (S. 71)
  4. www.hefleswetzkick.de (Personendatenbank der Verantwortlichen 1925/26)
  5. Bild im Besitz von Gehring, Stgt.-Münster
  6. Dokumentation der VfB-Hockeyjugend 1940
  7. Aus den Berichten der Hockeyjugend 1939-1942
  8. 75 Jahre VfB Stuttgart (S.113, Nr.5 S.57)
  9. Bild im Besitz von H. Fritz
  10. Bild im Besitz von H. Fritz
  11. Bild im Besitz von Wolfgang Reisser
  12. Bild im Besitz von Birgit Thorwart
  13. Bild im Besitz von Birgit Thorwart
  14. Bild im Besitz von Birgit Thorwart
  15. Bild im Besitz von Birgit Wolf
  16. www.VfBhockey.de
  17. www.VfBhockey.de
 

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